Fairness

Fairness

Fair, auch in besonderen Zeiten, so haben die Mitgliedsunternehmen der Fair Company Initiative agiert und weiterhin beste Bedingungen für ihren Nachwuchs geschaffen.
Das zeigt unsere aktuelle Umfrage der Berufseinsteigenden und Young Professionals – mit 2.000 Stimmen aus einem Jahr mit Lockdown, Homeoffice und vielen Unsicherheiten.

96%
Ich würde anderen Bewerber:innen mein Unternehmen als Arbeitgeber empfehlen

Denn neben der vorhergehenden Prüfung als Fair Company geben regelmäßig auch die Young Professionals selbst Feedback. Die aktuelle Auswertung ihrer Aussagen finden Sie hier.
 

99%
Ich habe während meiner Tätigkeit eine:n feste:n Ansprechpartner:in
9,0
von 10 möglichen Punkten
Mein Ansprechpartner:in ist immer gut zu erreichen
9,4
von 10 möglichen Punkten
Ich darf Aufgaben eigenverantwortlich erledigen


Was erwarten Bewerber von einem fairen, attraktiven Arbeitgeber?
Basierend auf den Tätigkeitsschwerpunkten des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) und umfassenden Analysen zum Thema Fairness sowie den Werten der Generation Y und Generation Z leitet sich der Fragebogen ab, der eigens für die Fair Company Initiative und die Zertifizierung der Mitglieder entwickelt wurde.
Bewertet werden u.a. Kriterien wie Arbeitsorganisation, Zusammenarbeit und Führung, Unternehmenskultur und Werte, das Engagement für Mitarbeitende, Diversity und Chancengleichheit, faires Verhalten im Markt, gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit.

 

8,8
von 10 möglichen Punkten
Meine Tätigkeit im Unternehmen sowie die zugehörigen Aufgaben sind für meine berufliche Weiterentwicklung hilfreich
8,8
von 10 möglichen Punkten
Mein Unternehmen berücksichtigt die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben
8,5
von 10 möglichen Punkten
Ich nehme mein aktuelles Unternehmen als ein Unternehmen wahr, das soziale Verantwortung für seine Mitarbeitenden übernimmt

 

Hintergrund: Was zeichnet einen fairen Arbeitgeber aus Sicht der Young Professionals aus?


Zusammengefasst hier ein Einblick, welche Aspekte für Nachwuchskräfte bei der Entscheidung für ein Unternehmen bzw. für die Bindung an einen Arbeitgeber ausschlaggebend sind:

Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden

Young Professionals wünschen sich einen transparenten und sinnvoll ausgerichteten Umgang mit den Mitarbeitenden, bei dem sich jeder seiner Verantwortung bewusst ist und in relativ flachen Hierarchien arbeiten kann, ohne Top-Down-Autoritäten.

Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens

Aufgrund der hohen Bedeutung, die die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit und die Identifikation mit dem Arbeitgeber für die Young Professionals einnimmt, erkennen sie ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg u.a. durch eine entsprechende Teilhabe.

Neutrale und objektive Beurteilung bezüglich Beförderungen

Gerade im Hinblick darauf, dass viele Young Professionals nicht den geradlinigen Weg nach oben präferieren, sondern im Sinne von Mosaikkarierren durchaus auch Expertenlaufbahnen den Vorzug geben oder für eine bestimmte Zeit den beruflichen Bereich für das Privatleben hintenanstellen, spielt für sie ein transparentes System im Hinblick auf Beförderungen bzw. Entwicklungsschritte im allgemeinen eine große Rolle.
Hinzu kommt, dass Autoritäten und somit auch Personen in verantwortungsvollen Positionen nicht per se akzeptiert werden, sondern durchaus hinterfragt werden.

Möglichkeit, positives und negatives Feedback abgeben zu können

Die Young Professionals schätzen die Möglichkeit, Feedback geben zu können, in hohem Maße. Sie wünschen sich umgekehrt auch konstruktives und zeitnahes Feedback, um ihre Leistung besser einordnen zu können und Orientierung in einer zunehmend volatilen Umwelt zu erhalten.

Bestärkung der Vielfalt der Mitarbeitenden durch Diversity- bzw. Gleichstellungsansätze

„Diversity“ ist für die Young Professionals aufgrund ihrer Sozialisation sehr viel selbstverständlicher als noch für die Älteren. Gleiche Chancen für die unterschiedlichen Altersgruppen, Geschlechter, unterschiedliche Nationalitäten etc. sind für sie eher die Regel denn die Ausnahme.

Faires Verhalten im Markt sowie in Bezug auf Umwelt und Gesellschaft

Faires Verhalten am Markt wird als Spiegel des Verhaltens im Unternehmen angesehen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Arbeitgeberattraktivität.
Darüber hinaus gewinnt das Arbeitgeberimage im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility stetig an Bedeutung bei den Young Professionals, die in besonders hohem Maße nach dem Sinn in ihrer Beschäftigung suchen und streben und sich mit einem Arbeitgeber und dessen Visionen und Zielen identifizieren möchten. Dies steht im Zusammenhang mit dem Wunsch, mit der eigenen Arbeit etwas bewegen zu können.
Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden sollte, ist die zunehmende Offenheit, Missstände oder unbefriedigende Arbeitsbedingungen über Social Media einer breiten Öffentlichkeit kundzutun.

Ausrichtung der Unternehmenswerte an Fairness-Kriterien

Young Professionals streben nach Beschäftigungssicherheit. Dazu gehört auch, offen und fair damit umzugehen, wie lange ein Beschäftigungsverhältnis (voraussichtlich) andauern wird.
Für die Young Professionals spielen zudem emotionale Aspekte bei der Wahl eines Arbeitgebers bzw. bei der Beurteilung ihrer Arbeitssituation und -zufriedenheit eine große Rolle. In der Folge ist es auch nicht abwegig, dass ein (anderweitiges) Stellenangebot trotz eines niedrigen Entgelts angenommen wird, wenn im Gegenzug bestimmte emotionale Faktoren befriedigt werden.

Individuelle Beurteilung der Arbeitsleistung

In immer vielfältiger werdenden Belegschaften wird es zunehmend wichtig, die Arbeitsleistung individuell zu beurteilen und in den Kontext der Lebens- und Berufssituation zu stellen. Für die Young Professionals, die in eine stark individualisierte Gesellschaft hineingeboren wurden, gilt dies umso mehr.

Leistungsgebundene Lohn- und Sonderzahlungen mit hoher Transparenz

Ihre hohe Leistungsbereitschaft, die sie zeigen, wenn sie sich für einen Arbeitgeber engagieren, möchten die Young Professionals auch entsprechend wertgeschätzt und honoriert bekommen. Sie empfinden es dabei als unfair, aufgrund von Seniorität für die gleiche Leistung ein geringeres Entgelt zu erhalten. Dadurch, dass Leistung im Entgelt abgebildet sein sollte, wird eine Art von Binnendifferenzierung angestrebt (z.B. durch Honorierung mittels Zulagen).

Investitionen in die Mitarbeitenden

Die Young Professionals erwarten gerade in Bezug auf Weiterbildungsmöglichkeiten, aber auch im Hinblick auf die Unterstützung zur Verbesserung der Balance zwischen Beruf und Privatleben ein entsprechendes (auch finanzielles) Engagement des Arbeitgebers. Dies hat für sie viel mit der Sicherung ihrer eigenen Beschäftigungsfähigkeit zu tun, um einerseits Kompetenzen aktuell zu halten und andererseits „in Balance zu bleiben“.

Übertragung von Verantwortung

Bedingt durch ihre Sozialisation gehört für die Young Professionals zu einem interessanten und herausfordernden Arbeitsumfeld auch die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen sowie sich in gewisser Weise selbst zu verwirklichen und „Autonomie“ zu erfahren.

Positives Betriebsklima

Die Identifikation mit dem Unternehmen nimmt zu, wenn dieses ein positives Gefühl im Sinne eines guten Selbstwertes („Ich bin stolz, bei diesem Arbeitgeber tätig zu sein“) vermittelt. Gerade Young Professionals legen großen Wert darauf, sich mit den Werten des Unternehmens identifizieren und sich dort auch aktiv mit ihren Ideen und Vorstellungen einbringen zu können.

Verbindlichkeit der Zusagen

Young Professionals reagieren äußerst sensibel darauf, wenn gegebene Versprechen des Arbeitgebers, z. B. in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, nicht eingehalten werden. Sie neigen folglich dazu, den Arbeitgeber möglichst schnell zu wechseln oder beginnen innerlich zu kündigen.

Flache Hierarchien in der Führung mit kooperativem Ansatz

Die klassische Führungskarriere hat für viele Young Professionals ausgedient, vielmehr wünschen sie sich Entwicklungsmöglichkeiten auch auf horizontaler Ebene bzw. abwechselnde Karriereoptionen im Sinne einer Mosaikkarierre. Flache Hierarchien kommen dem entgegen. Zudem entsprechen sie dem Bedürfnis nach Mitgestaltung und Kooperation, die aufgrund ihrer Sozialisation (viel Mitspracherechte in der Familie, frühzeitige Förderung der Kooperation in Schule und Studium sowie durch soziale Medien) für Young Professionals nahezu eine Selbstverständlichkeit darstellen.

 

Grafik: Fairness-Bezugsrahmen

 

Die ausführlichen Analysen des Instituts für Beschäftigung und Employability zum Thema Fairness sowie der Young Professionals finden Sie hier als PDF.

 

Initiative und Fairness-Kriterien im Wandel

Bei der Gründung 2004 und vor dem Hintergrund des damaligen Arbeitsmarktes (siehe auch Geschichte der Initiative) richtete sich Fair Company insbesondere an Praktikanten, um Studierenden und Hochschulabsolventen einen fairen Einstieg zu ermöglichen. So erfolgte bis 2020 die Mitgliedschaft über eine Selbstverpflichtung, mit der sich die Unternehmen zum Fair Company Regelwerk bekannten und dieses in der Praxis umsetzten. Das Regelwerk umfasst verbindliche Kriterien zum Umgang mit Praktikanten. Um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen und gleichzeitig Erfahrungen der Zielgruppe selbst aufzunehmen, wird regelmäßig durch die Fair Company Initiative das Praktikantenfeedback eingeholt.