Traumjob.Klar.Machen.

So kommst du deinen Neigungen auf die Spur Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich? Ein Hilfsmittel, mit dem du mehr über dich herausfinden kannst, sind (Online-)Interessen- und Fähigkeitstests. Das solltest du dazu wissen:                                                                                               ↓

Je schneller ein Test absolviert ist, je grobmaschiger abgefragt wird, desto ungenauer sind die Analysen und Ratschläge. Mit so etwas kannst du nur wenig anfangen. Wirklich hilfreiche Tests machen Arbeit und brauchen Zeit.
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Vertrau nie nur einem Test. Mach lieber zwei oder mehr und schau, welche Überschneidungen rauskommen. 
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Reflektier die Ergebnisse:  allein, mit Freunden, Familie, Leuten, die dich gut kennen. Liegt der Test mit seinen Empfehlungen richtig? Was sagt dein Bauchgefühl?  Was meinen die anderen? 
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Versteif dich nicht so sehr auf die Endauswertung, die empfohlenen Berufe oder Studiengänge. Die zeigen oft nur einen kleinen Ausschnitt aller Möglichkeiten. Hilfreicher sind meist die Ergebnisse zu deinen Neigungen und Fähigkeiten. 
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Tests können ein Baustein bei deiner Recherche sein, aber entscheide dich nie allein aufgrund ihrer Empfehlungen für eine berufliche Richtung. Mach dir deine eigenen Gedanken, schau dir Jobs, Firmen und Hochschulen an und sprich mit Leuten, die damit bereits   Erfahrungen gemacht haben.

Corona hat alles kompliziert gemacht, auch den   Karriere-Start:  Für Schulabgänger ist es kniffliger geworden, sich ein Bild über Berufe, Unternehmen oder Hochschulen zu machen. Es gibt ja weniger Präsenz-Veranstaltungen wie Schnuppertage, Praktika oder Jobmessen. Aufgeben gilt aber nicht, betonen Experten– von den Berufsberatern der Arbeitsagentur über die Studienberater vieler Hochschulen bis zu Karrieretrainern. Dranbleiben lautet die Devise. Denn wenn erst mal die Abi- Klausuren anstehen, bleibe wenig Zeit für irgendetwas anderes. Und: Wer zu lange mit der Selbstfindung wartet, verbaut sich eventuell Chancen. „Bewerbungen für Ausbildungsplätze laufen zum Beispiel mindestens ein Jahr früher an“, sagt Ulrike Bentlage, Karriereberaterin und Buchautorin („Schulabschluss geschafft! Und jetzt?“).  „Es wäre doch ärgerlich, wenn man etwas Alternatives machen müsste, nur weil man einen Termin verpasst hat.“ 


Wertvoller Input durch Gespräche 

Grundsätzlich sind bei der Berufsorientierung drei Schritte wichtig. Erstens: Ich werde mir über mich selbst klar, kenne also meine Stärken und Schwächen, meine Vorlieben und Abneigungen.  Zweitens: Ich leite daraus eine berufliche Idee ab. Drittens:

Ich suche mir passende Ausbildungen oder Studiengänge, die mich auf dem Weg zum Berufsziel voranbringen. Für Punkt 1 – die Selbstreflexion – hilft vor allem bewusstes Nachdenken über sich selbst. Auch Onlinetests können ein guter Ausgangspunkt fürs Ego-Brainstorming sein, meint Bentlage (für mehr zu sinnvollen Tests siehe Kasten). Sie liefern einem eine erste Idee, worin man gut ist, was Spaß macht und was einem vielleicht nicht so liegt –   sofern man das nicht schon selbst von sich sagen kann. Allerdings warnt die Karriereberaterin davor, die Entscheidung für oder gegen einen Beruf komplett an solch ein Testergebnis zu knüpfen. Vielmehr sollten Gespräche mit Freunden, Familie, Lehrern, Trainern – schlicht mit allen, die einen gut kennen – ebenfalls wertvollen Input zur Selbsterkenntnis und Berufswahl beisteuern. „Und solches Feedback lässt sich auch wunderbar per Telefon, Zoom oder Skype einholen, wenn Corona keine persönlichen Treffen zulässt“, sagt Bentlage.

Ein Feedback von Lehrern, Freunden und Familie lässt sich auch wunderbar per Telefon, Zoom oder Skype einholen, wenn Corona keine persönlichen Treffen zulässt.


Remote-Recherche rockt 

Wer eine grobe Vorstellung von seinem eigenen Persönlichkeitsprofil hat, muss herausfinden, welche Berufe dazu passen könnten. Praktika, Ferienjobs, Job-Shadowing (man begleitet eine Person durch den Arbeitstag) & Co sind wegen der Pandemie zurzeit kaum möglich. Was aber – mal abgesehen von all den Berufsinformationen im Netz –    in jedem Fall drin ist: Gespräche führen, die Schwarmintelligenz nutzen. Über 23 Ecken kennt immer jemand einen, der den Wunschberuf schon ausübt. Sogar, wenn es um Spezialfälle wie Astrophysik oder Meeresbiologie geht. Die betreffenden  Personen  berichten  dem  interessierten  Nach wuchs meist gern von ihrem Joballtag, welche Qualifikationen nötig sind, welches Unternehmen einen guten Ruf als Arbeitgeber hat, wie viel sich verdienen lässt. Und wenn sich im eigenen Umfeld partout kein passender Kontakt findet, lässt sich in Netzwerken wie Xing, LinkedIn oder auch Facebook weitersuchen. Im letzten  Schritt  der  Berufsorientierung geht es darum, sich auf den Weg zum Traumberuf zu machen und zu klären, welches Unternehmen eine gute Ausbildung dafür bietet oder welcher Studiengang  und  welche  Hochschule  sich  eignen, wenn das Berufsziel nur über eine akademische Ausbildung  erreicht  werden  kann. Eine praktische Infoquelle für Schüler waren da bislang die Karrieremessen. Als Live Event sind die zurzeit zwar ausgesetzt (wobei für den Frühsommer schon wieder vorsorglich die ersten Termine geplant sind), aber die meisten Veranstalter sind erfolgreich ins Netz umgezogen: Unter Stuzubi.de, Abizukunft.de oder einstieg.com finden virtuelle  Berufsorientierungsmessen  statt,  auf denen  sich  Hochschulen  und  Unternehmen  mit  ihren  Angeboten  für  angehende  Abiturienten  vorstellen. Man kann an Live-Vorträgen zur Studien und Berufswahl teilnehmen, Videofilme sehen oder auch direkt mit Menschen aus Unternehmen oder von Hochschulen per Videochat sprechen. 

Entdecke dich selbst 

Welchen konkreten Nutzen solch ein Online-Informationsangebot hat, hat jeder selbst in der Hand, unterstreicht Ulrike Bentlage. „Du kannst einfach reinhören und dich davon berieseln lassen, was die alle erzählen und zu bieten haben. Du kannst das Gespräch aber auch damit eröffnen, was dich als Person ausmacht und was du gerne machst. Dein Gegenüber hat dann die Chance, daran anzuknüpfen, und das Gespräch entwickelt eine andere Qualität. Und trägt dazu bei, dass du im Idealfall jemanden entdeckst:  dich selbst.“