Wie bewerbe ich mich um ein Praktikum? Wann steht mir der Mindestlohn für ein Praktikum zu? Was ist eigentlich ein Trainee? Du hast gerade viele offene Fragen rund um das Thema Praktikum und Bewerbung? Dann schau' in unserem Praktikumswiki vorbei. Hier beantworten wir dir alle wichtigen Fragen.

Nach dem Praktikum

Was gehört in ein qualifiziertes Praktikumszeugnis?

Ein qualifiziertes Praktikumszeugnis ist für die spätere Bewerbung sehr von Vorteil. Genauso wie andere Arbeitnehmer hast du auch als Praktikant einen Anspruch auf ein angemessenes Arbeitszeugnis. Immerhin ist es die Grundlage für deine nächste Bewerbung und ein wichtiger Schritt in Richtung zukünftiger Festanstellung. Denn in vielen Branchen und Berufen werden von Absolventen mindestens ein oder zwei längere Praktika erwartet.

Beim einfachen Zeugnis werden die Leistungen nicht beurteilt

Je länger dein Praktikum dauert, umso ausführlicher sollte auch dein Zeugnis sein. Natürlich kannst du, wenn du als Schüler oder nach deinem Abitur ein zweiwöchiges Schnupperpraktikum absolvierst, keine umfangreiche Beurteilung erwarten. Dennoch sollte dir dein Arbeitgeber im Idealfall mehr als eine einfache Praktikumsbestätigung schreiben, die deine Einsatzbereiche und Aufgaben umreißt sowie ein paar kurze Sätze zur allgemeinen Arbeitshaltung und deinen Soft Skills (soziale Kompetenzen) enthält. Das einfache Zeugnis besteht aus den Angaben über den Betrieb und deine Tätigkeiten, die du während deines Praktikums dort übernommen hast. Deine Leistungen werden nicht beurteilt, das einfache Praktikumszeugnis ist lediglich eine Bescheinigung und dient als Nachweis. Üblich ist dieses Schmalspur-Zeugnis nur bei sehr kurzen Beschäftigungen, beispielsweise nach einem Praktikum von wenigen Wochen oder wenig qualifizierten Tätigkeiten.

Wichtig: Alle Formalitäten müssen im Zeugnis erfüllt sein

Ein ordentliches Arbeitszeugnis hat einen Briefkopf und ist mit Datum unterschrieben. Auch die Überschrift 'Zeugnis, dein Name und Geburtsdatum, sowie die Dauer des Praktikums dürfen nicht fehlen.

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, das Zeugnis wohlwollend zu schreiben

Bei einem drei- oder sechsmonatigem Praxiseinsatz (oder sogar länger) kannst du ein qualifiziertes Arbeitszeugnis erwarten. Es enthält neben den allgemeinen Angaben noch die Einschätzung und Beurteilung deiner Leistungen. Sehr hilfreich ist es, wenn hier beispielsweise erwähnt wird, ob bestimmte Aufgaben oder kleinere Projekte selbstständig und eigenverantwortlich übernommen und erledigt wurden. Meist hat ein Zeugnis folgenden Aufbau:

  • Einleitung
  • Beschreibung der Tätigkeit
  • Leistung
  • Fachwissen und Kenntnisse
  • Arbeitsbereitschaft und Arbeitsweise
  • Erfolge
  • Verhalten
  • Dank

Wichtig: Immer genau darauf achten, dass keine wichtige Tätigkeit vergessen wurde. Da Arbeitgeber per Gesetz verpflichtet sind, ein Arbeitszeugnis immer wohlwollend zu formulieren, hat sich eine eigene Zeugnissprache entwickelt, mit der sich auch negative Bewertungen geschickt kaschiert unterbringen lassen. Ein Beispiel ist die allgemeine Beurteilung der Leistungen, die nach einer gängigen Skala erfolgen.

Welche Formulierungen was bedeuten:

Folgende Formulierungen sind Standard – und orientieren sich an den Schulnoten dahinter.

Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben...

… stets zur vollsten Zufriedenheit» Note 1
… zur vollsten / stets zur vollen Zufriedenheit» Note 2
… zur vollen Zufriedenheit» Note 3
… zur Zufriedenheit» Note 4

Schon zwei kleine Änderungen in der Formulierung ("stets" fällt weg und aus "vollsten" wird "vollen") – und aus sehr guten werden nur noch mittelmäßige Leistungen.

Grundsätzlich gilt: Das Praktikumszeugnis ist ein Nachweis deiner Kompetenzen. Solltest du mit der Einschätzung durch Unternehmen nicht zufrieden sein, solltest du unbedingt nachhaken. Eine unzutreffende Bewertung kann sich negativ auf deine berufliche Zukunft auswirken.