Mein Praktikum bei Deutsche Bahn AG

Migration auf "DB Planet" geglückt

Lukas Meffert berichtet | 17.05.2019 | Foto: Deutsche Bahn

Lukas Meffert hatte nach seinem Studium der Elektrotechnik und Praktika in KMU den Sprung in den Konzern Deutsche Bahn gewagt. Als Ingenieur in einer Strategieabteilung (!) unterstützte er bei der Etablierung von Digitalisierungsstrategien in der Infrastruktur bei der DB Netz AG. Nun setzt er seine berufliche Entwicklung als DB-Trainee fort.

Wer ich bin und wo ich herkomme.

Dass ich mich für den Studiengang Elektrotechnik entschied, hatte mehrere Gründe. Der wohl gravierendste war der Beruf meines Vaters, der einen eigenen Elektromeisterbetrieb für Energie- und Gebäudetechnik besitzt. Er überzeugte mich, in der Zeit nach meinem Abitur, dort mitzuarbeiten und mir das ganze Handwerk mal anzuschauen. Dass das in einem Elektrotechnik-Studium endet, war damals nicht abzusehen. Rückblickend war es für mich die absolut richtige Entscheidung, Elektrotechnik zu studieren. Ich fand Interesse an technischen und mathematischen Aufgabenstellungen und hatte Spaß dabei, neue Thematiken für mich zu entdecken.

Warum eigentlich die Deutsche Bahn? Die ist doch veraltet und sowieso immer unpünktlich – das ist so aber nicht ganz richtig!

Nach dem Praktikum im Betrieb meines Vaters mit knapp 10 MitarbeiterInnen habe ich schnell gemerkt, dass ich auch größere Unternehmen kennenlernen wollte. Während des Studiums konnte ich erst als Werkstudent, dann als Praktikant und schließlich als Abschlussarbeitsschreibender Erfahrung in einem mittelständischen Unternehmen im Bereich Verkehrstechnik sammeln. Dort habe ich an der Entwicklung von Messgeräten zur Geschwindigkeitsüberwachung, kurz Blitzern, mitgearbeitet. Der logische nächste Schritt nach dem Bachelor war für mich die Orientierung in Richtung eines großen Konzerns. Damit kam die Deutsche Bahn ins Spiel.
Täglich wird viel über die Deutsche Bahn berichtet, zumeist auch viel Negatives. Was aber viele vergessen, ist das enorme Potenzial, welches das Unternehmen bietet, auch für die persönliche Entwicklung. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass alles so schlecht ist, wie es in der Presse dargestellt wird. Daher war mir schnell klar, dass ich Teil dieses Konzerns werden und aus nächster Nähe mitbekommen wollte, was hinter den Mauern der Deutschen Bahn passiert.

Als Ingenieur in eine Strategieabteilung? Das geht!

Beworben hatte ich mich auf eine Stelle mit dem Ausschreibungstitel „Digitalisierungsstrategie in der Infrastruktur“ bei der DB Netz AG. Spätestens im Vorstellungsgespräch wurde mir auch bewusst, dass diese Stelle meine rein technischen Inhalte aus dem Studium kaum abbilden würde, sondern andere, besonders zwischenmenschliche Kompetenzen und strategische Denkansätze verlangt. Ich sah dies als Herausforderung. Ich war begeistert und konnte auch die Bahn von mir begeistern.
Während des Praktikums hatte ich zwei Hauptprojekte. Zum einen betreute ich eine interne Informationshomepage über die digitale Leit- und Sicherungstechnik. Diese befand sich zunächst auf der Microsoft Office-Plattform „SharePoint“ und sollte mit all ihren Inhalten auf die bahninterne Social-Media-Plattform „DB Planet“ migriert werden. Hierbei konnte ich bei der Umsetzung und den sich bietenden designtechnischen Möglichkeiten meiner Kreativität freien Lauf lassen und meine im Studium erlernten Kenntnisse in der HTML-Programmierung anwenden.
Zum anderen entwickelte ich in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen einen internen, dreitägigen PowerPoint-Präsentationsworkshop, der KollegInnen dabei helfen sollte, Blockaden bei der Erstellung von Präsentationen zu beheben, das Storytelling zu verbessern und Formatierungen gemäß Corporate Design korrekt anzuwenden. Die Durchführung des Workshops, die damit verbundenen Herausforderungen in der Vorbereitung und der Präsentation, sowie die Funktion als Ansprechpartner für organisatorische als auch fachliche Fragestellungen bereitete mir viel Freude.

Das Highlight des Praktikums war das Praktikum an sich.

Besonders positiv während meines Praktikums war die Betreuung durch meine Vorgesetzten und mein Team. Mit zwei weiteren neuen Mitarbeitern konnte ich in der ersten Woche einen eigens für uns entwickelten Einarbeitungsplan durchlaufen. Wir lernten viele Schnittstellen kennen und es wurden Vorträge für uns gehalten.
Zu Beginn war die größte Herausforderung für mich, das System Bahn, den Konzern Deutsche Bahn AG sowie das eigene Geschäftsfeld DB Netz AG zu verstehen. Beispielhaft zu nennen sind dabei die unzähligen Abkürzungen im Sprachjargon der Deutschen Bahn.
Über das ganze Praktikum hinweg konnte und musste ich selbst Verantwortung übernehmen und konnte meine Ideen stets einbringen. Dies bezeichne ich rückblickend als größten Asset während des Praktikums. Das besondere Highlight in meiner Zeit war die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Dienstreise zu einem Zulieferer der Deutschen Bahn. Diese gab mir tiefe Einblicke in Verhandlungen auf Managementebene und hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir.
Als weiteres Highlight sind die Aktivitäten mit anderen Praktikanten zu nennen. Einmal monatlich werden Fachvorträge sowie Exkursionen in verschiedene Geschäftsbereiche organsiert, beispielsweise in ein anderes Geschäftsfeld oder zur neuen S-Bahn-Haltestelle Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen. Wöchentlich finden Abend- und Mittagsstammtische statt.

Thank you for travelling with Deutsche Bahn – and now the trip begins!

Im Anschluss an mein Praktikum werde ich bei der DB Netz AG als Trainee im Projektmanagement einsteigen. Diese Stelle wurde mir durch die Recruiting-Abteilung der DB ermöglicht und getreu des Mottos „Nutze deine Chance, wenn sie sich dir bietet!“ habe ich mich bewusst für den Schritt in die Praxis und gegen die Rückkehr in den Hörsaal entschieden.
Ich habe durch meinen Einsatz im Praktikum Blut geleckt und denke, dass ich mich aktuell im „Training on the job“-Angebot der DB am besten weiterentwickeln und mein gesammeltes Wissen anwenden kann. Möglichkeiten für den Abschluss eines Masterstudiums wird es auch in Zukunft noch geben. Insofern war rückblickend der Schritt in ein Praktikum zur Deutschen Bahn der absolut Richtige für mich. Ich durfte einen tollen Konzern kennenlernen, dessen Strukturen und Systeme verstehen und dadurch den Grundstein für meine berufliche Zukunft legen. Und noch dazu ertappe ich mich immer wieder selbst dabei, die Deutsche Bahn leidenschaftlich zu verteidigen, wenn aus dem Bekanntenkreis mal wieder Aussagen wie „Ach die Bahn braucht doch eh keiner!“ oder „Warum kommt ihr immer zu spät?“ in den Raum geworfen werden – das nennt man wohl Identifikation.


Lukas Meffert, 24, hat nach dem Elektrotechnik-Studium Praktika in KMU absolviert. Im Anschluss an sein Praktikum bei der DB Netz AG wird er als Trainee in der Projektabteilung im Konzern weitermachen.


Der Deutsche Bahn Konzern ist ein internationaler Anbieter von Mobilitäts- und Logistikdienstleistungen und agiert weltweit in über 130 Ländern.

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