Duales Studium bei der Techniker Krankenkasse

Auf Gesundheit programmiert

Bericht: Lennart Ahrens | Juli 2017 | Foto: Techniker Krankenkasse

Das Thema Gesundheit lag für mich noch in weiter Ferne, als ich mir ein Jahr vor meinem Abi den Kopf zerbrach: „Was soll ich jetzt machen?“ Was mich sicher reizte, war ein duales Studium – und meine Wahl fiel auf die Fachrichtung Wirtschaftsinformatik an der Nordakademie Hochschule der Wirtschaft in Elmshorn. Jetzt brauchte ich für den praktischen Teil, den so ein Studium ja beinhaltet, noch das passende Unternehmen.

Die Suche ging los. Wie sollte ich in der Liste der Kooperationsunternehmen das richtige finden?

Wichtig für mich war ein vernünftiger, bekannter Name, ein sicheres Unternehmen mit gutem Werbeauftritt. Eine weitere Orientierung waren bekannte Auszeichnungen, wie zum Beispiel „Charta der Vielfalt“, FOCUS Top Nationaler Arbeitgeber oder „Fair Company“.

Bewerbung bei der TK

So kam ich zu einer kleinen Auswahl an Unternehmen, bei denen ich mich bewarb. Das mit Abstand schnellste Unternehmen, das geantwortet hat, war die Techniker Krankenkasse. Von der Bewerbung bis zum Arbeitsvertrag sind nur drei Wochen vergangen. Bevor die anderen Unternehmen meine Bewerbung überhaupt registriert hatten, war ich schon angestellt. So wurde das Thema Gesundheit für mich zentral – allerdings aus IT-Sicht. Bei der Auswahl ihrer dualen Studenten verlangt die TK gute Noten in Mathe und grundlegende Informatikkenntnisse: Die hatte ich bereits als Schüler in einem zweijährigen Förderprojekt der TU Harburg mit dem Lego-nxt-Roboter erworben. In meinem Jahrgang waren wir  vier Dual-Studierende–  derzeit  arbeiten 13 Dual-Studierende bei der TK. Sehr praxisbezogenes Studium

Eingestiegen bin ich direkt in die IT – und zwar in den Bereich Entwicklung & Weiterentwicklung. Zuerst durfte ich zwei Monate praktische Erfahrungen sammeln, anschließend ging es für zehn Wochen an die Hochschule und in dem Rhythmus dann immer so weiter.

Der Praxisbezug ist doch sehr stark – das weiß ich auch durch den Vergleich mit Freunden, die Wirtschaftsinformatik an der Universität studiert haben. Zum Vergleich: In unseren  Vorlesungen waren wir  nur 28 Studierende. Es herrscht dort eine familiäre Atmosphäre, die Dozenten kennen einen und gehen  auf einen zu, sodass ein direkter Austausch mit dem Dozenten immer möglich ist. - man ist da kein kleines Licht. Praktische Beispiele aus der Unternehmenslandschaft werden besprochen. So haben wir in einem Wahlmodul ein Marketingkonzept ausgearbeitet, das später tatsächlich in einem Unternehmen angewendet wurde. Die IT-Module habe ich später zu 80 Prozent bei der TK anwenden können. Als Beispiele nenne ich  Java-Entwicklungen, die Praxis der Software-Entwicklung, Software Technik und typische Software-Architekturen sowie SAP (

Garant für den Datenfluss

Insgesamt habe ich bei der Techniker vier Abteilungen durchlaufen, wobei die erste Abteilung auch die letzte war, in der ich jetzt meinen Berufseinstieg vollzogen habe. Dazwischen war ich in den Bereichen  "Projekte" und "Systembetreuung" eingesetzt, wo ich auch meine Bachelor-Arbeit über die Untersuchung von Anpassungen eines Benutzungskonzepts, für eine Migration einer auf Swing basierten, in eine webbasierte Oberfläche, anhand eines Anwendungsbeispiels in der TK geschrieben habe.

Heute arbeite ich an der Betreuung von mehr als 100  Anwendungen im so genannten TKeasy mit (steht für Ergonomisches AnwendungsSYstem). Hier werden zum Beispiel Daten für Mutterschaftsgeld, Arbeitsunfähigkeit oder Kieferorthopädie verwaltet. Damit wird ein kompletter Datenfluss von der Erstinformation bis zur Erfassung der Kundendaten erreicht. Unsere Mitarbeiter, die sich um die Kunden kümmern, können auf die Anwendungen zugreifen, sich auf diese Weise notwendige Auskünfte beschaffen,  ermitteln, ob die jeweilige Leistung beim Kunden  anwendbar ist und die Daten direkt eintragen.

In der Abteilung Leistungsanwendung arbeite ich mit 17 Kollegen zusammen – den Chef mitgezählt. In der IT selbst sind ca. 400  Mitarbeiter angestellt.

Angenehmes Arbeitsklima

Pro Büro arbeiten sechs bis sieben  Personen, jeder hat seinen eigenen Arbeitsplatz, der gut ausgestattet ist. Fachliche Gespräche mit spezifischen Abteilungen zur Präsentation von Prototypen oder Deatils, finden am jeweiligen Arbeitsplatz statt beziehungsweise in Besprechungsräumen.

Viel wird bei uns auch im Team erledigt. Das ist zum Beispiel bei der Datenmigration so – wir haben kurze Kommunikationswege. Es herrscht eine sehr gute Stimmung und wir unternehmen auch nach Feierabend gerne mal was zusammen.

Für mögliche Probleme gibt es in jedem Team einen fachlichen  Ansprechpartner. Darüber hinaus haben wir einen Betreuer für Dual-Studierende, ein echter Kumpeltyp, der auch kritisch ist, wenn es sein muss.

Lennart Ahrens, 22Absolvent des dualen Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der Nordakademie Hochschule der Wirtschaft in Elmshorn steigt jetzt bei der TK ein und wird weiterstudieren auf Master IT-Projektmanagement (berufsbegleitend als Fernstudium).


DieTechniker Krankenkasse wurde 1884 in Leipzig gegründet und blickt auf mehr als 130 Jahre Unternehmensgeschichte zurück. Mit rund 9,6 Millionen Versicherten, einem Haushaltsvolumen von 30,9 Milliarden Euro und über 13.000 Mitarbeitern ist die TK eine der größten Krankenkassen Deutschlands.

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