Annika Senkovic | Miele

Wohltuende Praxisluft

Interview: Anne Koschik | 31.07.2015 | Fotos: Miele

Die Einsatzmöglichkeiten für Praktikanten sind vielfältig und reichen von Konstruktion & Entwicklung über Softwareentwicklung bis ins Marketing. Dort dürfen die jungen Menschen gerne Verantwortung übernehmen und eigene Beiträge ausarbeiten. Gute Ergebnisse werden weiterverwendet, das zeigt, wie ernst Miele die Nachwuchskräfte nimmt.

Warum bieten Sie Praktika an?

Praktika sind aus unserer Sicht für Studierende – neben der Hochschulausbildung – der wichtigste Bestandteil im Lebenslauf. Wir möchten den Nachwuchskräften die Möglichkeit bieten, Praxisluft zu schnuppern und sich beruflich zu orientieren. Die Hochschulausbildung alleine bietet nicht die Chance, sich einen Eindruck davon zu verschaffen, welche Anforderungen die Praxis tatsächlich mit sich bringt. Natürlich möchten wir als Unternehmen auch interessante Kandidatinnen und Kandidaten kennenlernen, die im späteren Bewerbungsprozess erneut an das Unternehmen Miele denken. In vielen Fachbereichen gibt es immer wieder spannende Themen, die durch einen Praktikanten oder eine Praktikantin übernommen werden. Deshalb freuen wir uns auch sehr über Initiativbewerbungen. Etwa ein Drittel bis die Hälfte der Praktikumsverträge kommt auf diese Weise zustande.

Wie viele Plätze vergeben Sie jährlich und in welchen Bereichen?

Am Standort Gütersloh sind es etwa 100 Praktikanten, je zur Hälfte für den technischen und den kaufmännischen Bereich. In Bielefeld kommen noch einmal 20 bis 30 Praktikumsplätze hinzu, und auch die anderen Werke schreiben ihre Praktikumsangebote auf unserer Karriereseite aus. Grundsätzlich können Praktikanten dort eingesetzt werden, wo Bedarf besteht, zum Beispiel in der Konstruktion und Entwicklung, in der Fertigungstechnik, in der Softwareentwicklung des Werkes Elektronik, im Controlling, im Marketing etc. Die meisten Studierenden, die zu uns kommen, absolvieren ein Pflichtpraktikum. Es sind aber auch freiwillige Praktika mit einer Dauer von bis zu drei Monaten möglich. Da wir viele Kooperationen mit Schulen unterhalten, setzen wir auch Schülerpraktikanten bei uns ein.

Welche Qualifikationen sollten Praktikanten besitzen?

Das ist abhängig von der jeweiligen Ausschreibung. Auf die Fachrichtung bezogen, suchen wir vor allem Maschinenbauer, Elektrotechniker, Wirtschaftsingenieure und Wirtschaftswissenschaftler mit entsprechenden Studienschwerpunkten. Es gibt aber auch immer wieder Praktikumsplätze für Studierende anderer Fachrichtungen. Sie sollten sich gedanklich mit dem Praktikum auseinandergesetzt und sich vor allem Gedanken dazu gemacht haben, was sie von ihrem Einsatz bei Miele erwarten. Eine wichtige Rolle spielen Persönlichkeit und Auftreten sowie die Fähigkeit, gut kommunizieren zu können.

Helfen Ihnen Praktika bei der Rekrutierung des Fach- und Führungsnachwuchses?

Ja, natürlich ist ein Praktikum ein wichtiges Instrument, um vielversprechende Nachwuchskräfte kennenzulernen. Ein Einstieg kann sich dann ergeben, wenn der Praktikant oder die Praktikantin uns überzeugt hat und passende Stellen neu zu besetzen sind. Meist stehen die Studierenden dann kurz vor Abschluss ihres Studiums und verbinden mit dem Praktikum gleich die Anfertigung ihrer Abschlussarbeit. Wir kombinieren diese beiden Dinge auch sehr gerne, indem der Anfertigung der Abschlussarbeit ein Praktikum von einigen Wochen vorausgeht, sodass eine Einarbeitung in die Themen des Fachbereichs möglich ist. Daraus ergibt sich oft das genaue Thema der Abschlussarbeit, und der Studierende kennt bereits wichtige Ansprechpartner im Unternehmen.

Gibt es auch andere Jobangebote für Studierende?

Das Unternehmen Miele bietet ein internationales Traineeprogramm für Master- oder Diplomabsolventen an. Circa fünf Traineeplätze haben wir pro Jahr im Angebot. Im Rahmen dieses Programms sind wir gezielt auf der Suche nach Nachwuchsführungskräften, die auch international mobil sind und einen guten bis sehr guten Hochschulabschluss sowie erste Auslandserfahrung mitbringen. Für jeweils 18 Monate arbeiten die Trainees in vier bis fünf Einsatzbereichen, auch im Ausland.

Was können Praktikanten von Ihnen erwarten und bei Ihnen lernen?

Nach einer Einarbeitungsphase erhalten Praktikanten eigene Aufgabengebiete, in denen sie eigenverantwortlich und sehr selbständig arbeiten dürfen. Sie entwickeln dadurch Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative. Liefern sie gute eigene Beiträge bei uns ab, können sie davon ausgehen, dass wir ihre Ergebnisse weiterverwenden. Praktikanten können sich auf einen festen Ansprechpartner in ihrem Fachbereich verlassen, welcher sich um alle Fragen rund um die Aufgabenzuteilung und Projektaufgaben kümmert. Zusätzlich steht ihnen für alle Fragen rund um Bewerbungsverfahren, Beurteilung und bei organisatorischen Dingen ein Ansprechpartner im Bereich Ausbildung zur Verfügung.

Mit der Teilnahme an Hochschulpraktikantentagen erhalten Praktikanten nicht nur eine Werksführung, sondern können unser Unternehmen von Grund auf kennenlernen. Wir bieten auch Unterkünfte in unseren Werkswohnungen und im Gästehaus am Standort Gütersloh an, wo diejenigen, die nicht aus der Region kommen, für die Zeit ihres Praktikums wohnen können. So lernen sich die Praktikanten auch untereinander besser kennen und können gemeinsam ihre Freizeit gestalten.

Gibt es aus Ihrer Sicht einen Idealweg, um in Ihrem Unternehmen Fuß zu fassen?

Grundsätzlich raten wir jedem neuen Mitarbeiter und jeder neuen Mitarbeiterin, egal auf welchem Wege er oder sie zu uns gekommen ist, alle Welcome-Angebote zu nutzen und sich im Unternehmen zu vernetzen. Halbjährlich findet bei uns eine Welcome-Woche statt, in der sich verschiedene Unternehmensbereiche im Rahmen von Fachvorträgen vorstellen und ein gemeinsamer Kochabend angeboten wird. Ansonsten sind die Wege ins Unternehmen doch sehr individuell. Jeder muss für sich entscheiden, ob er oder sie ein Einstiegsprogramm zur weiteren fachlichen Orientierung bevorzugt oder doch lieber einen Direkteinstieg auf einer ausgeschriebenen Position.

Sie sind eine Fair Company. Was bedeutet das für Sie?

Wir behandeln Praktikanten fair, denn sie erhalten spannende eigene Aufgaben und können lernen, Verantwortung zu übernehmen. Sie können bei uns sicher sein, dass sie stets als vollwertiges Teammitglied zählen und wir ihnen möglichst viel mit auf den Weg geben möchten. Denn wir schätzen es sehr, wenn die Lernerfolge hoch sind und die Praktikanten mit ihren Arbeitsergebnissen einen wichtigen Beitrag leisten können. Die Vergütung der Praktikanten ist gut, zudem stellen wir keine Hochschulabsolventen als Praktikanten ein. Aus meiner Sicht darf ein Praktikum schließlich nie dazu dienen, einen regulären Mitarbeiter zu ersetzen, sondern soll vielmehr eine vielfältige Lernumgebung bieten.

Worauf wären Sie stolz, wenn Praktikanten von Ihrer Zeit bei Ihnen berichten?

Das beste Feedback, das wir als Unternehmen erhalten können, ist eine Weiterempfehlung von Miele als spannender Arbeitgeber und wenn wir von den Praktikanten die Rückmeldung bekommen, dass sie Miele als potenziellen Arbeitgeber für die berufliche Zukunft in ihre engere Auswahl aufnehmen.

Im Gespräch erklärt Annika Senkovic, warum Miele eine Fair Company ist.
Annika Senkovic ist Personalreferentin Talent Management bei Miele.

Im Gespräch: Annika Senkovic, Personal- referentin Talent Management bei Miele

Die Miele & Cie. KG ist der weltweit führende Anbieter von Premium-Hausgeräten. Hinzu kommen Geschirrspüler, Waschmaschinen und Trockner für den gewerblichen Einsatz. Im Wettbewerb um Qualität und Marktführerschaft sieht das Unternehmen insbesondere die Menschen als entscheidend an, die hinter den Produkten stehen.

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