Julia Reifenrath | HABA-Firmenfamilie

Ohne Berührungsängste ins Spieleparadies

Interview: Anne Koschik | 06.08.2015 | Fotos: HABA

Wer sich für Spiele interessiert, ist in der HABA-Firmenfamilie richtig: Gleich drei Unternehmen im oberfränkischen Bad Rodach befassen sich mit diesem Produkt – mal mit Schwerpunkt Design und Herstellung, mal als Versandhandel, mal als Ausstatter für Tageseinrichtungen. Regelmäßig sind 25 Praktikantenstellen ausgeschrieben. Vor allem authentisch sollten die Bewerber sein, dazu engagiert und motiviert, um mit vielen Kollegen aus verschiedenen Fachabteilungen zusammenzuarbeiten.

Warum bieten Sie Praktika an?

Als familiengeführtes Unternehmen mit ca. 2000 Angestellten und über 75 Jahren Tradition möchten wir Studierenden die Chance geben, ihr theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Praktikanten bieten wir spannende Aufgaben und kleinere Projekte und prüfen, ob sie sich als Nachwuchsfachkräfte für unser Unternehmen eignen.

Wie viele Plätze vergeben Sie jährlich und in welchen Bereichen?

In den letzten Jahren ist die Kapazität um Dreiviertel auf 40 bis 50 Praktikanten pro Jahr gewachsen. Bei uns sind immer ca. 25 Praktikumsstellen ausgeschrieben. Wir suchen zum Beispiel permanent Designstudenten für unser Produktdesign. Das Interesse an Spielwaren sollte schon in den Bewerbungsunterlagen deutlich werden.

In unserem Unternehmen Wehrfritz, das sich um die Ausstattung von sozialen Einrichtungen kümmert, haben wir Praktikumsplätze im Produktmanagement und der Produktentwicklung im Angebot. Neben Betriebswirten sind wir vor allem an Studierenden mit sozialem oder pädagogischem Schwerpunkt interessiert, weil wir davon überzeugt sind, dass sie uns mit diesem Hintergrundwissen sehr gut unterstützen können.

Bei Jako-o, unserem Versandhandel mit dem Schwerpunkt auf E-Commerce, benötigen wir internetaffine BWLer, Wirtschaftsinformatiker oder Medienwissenschaftler. Aber auch im internationalen Vertrieb und im Kundenmanagement suchen wir permanent Unterstützung.

HABA, der eigentliche Spielwarenhersteller, bietet immer Chancen für angehende Marketing- und Vertriebsspezialisten Erfahrungen zu sammeln. Aber auch in den Bereichen Produktion und Technik ergeben sich spannenden Einsatzmöglichkeiten.

Außerdem werden in den zentralen Dienstleistungsabteilungen der HABA-Firmenfamilie Praktikanten in der Personalabteilung, im Einkauf, in der Logistik, im Business Development oder in der IT-Abteilung gesucht. Wir haben beispielsweise eine eigene Softwareentwicklung und können dort gut Informatiker, Mathematiker und Wirtschaftsinformatiker einsetzen.

Welche Erwartungen haben Sie an die Praktikanten?

Wir erwarten in erster Linie Authentizität, das beginnt beim Outfit, in dem sich der Bewerber wohlfühlen soll, und reicht bis zu seinen Worten, die sagen sollen, was er denkt. Jede Bewerbung wird auf Passgenauigkeit bezüglich der Stellen geprüft. Der Notenschnitt ist nachrangig. Daneben sollte jeder Bewerber Eigeninitiative und Einsatzbereitschaft an den Tag legen. Es sollte also eine Motivation vorhanden sein, kleinere Projekte selbstständig in die Hand nehmen zu wollen. Voraussetzung dafür ist auch eine strukturierte Arbeitsweise. Aufgrund der flachen Hierarchien in unserem Unternehmen sind diese Erwartungen aber gut zu erfüllen: Berührungsängste werden hier schnell abgebaut. Wer zudem Lust hat, mit Kollegen aus verschiedenen Fachabteilungen zusammenzuarbeiten und dazu kommunikationsfähig ist, hat es bei uns leicht.

Welche Art von Praktika bieten Sie an?

Wir bieten Pflicht- und freiwillige Praktika, die in der Regel zwischen drei und sechs Monaten dauern, an. Als Praktikumsvoraussetzung setzen wir keine bestimmte Anzahl an vorab absolvierten Fachsemestern fest; auch Vorpraktika sind möglich. Außerdem bieten wir Schnupperpraktika für Schüler an.

Helfen Ihnen Praktika bei der Rekrutierung des Fach- und Führungsnachwuchses?

In den letzten zwei Jahren haben wir 15 feste Mitarbeiter gewonnen, die zuvor im Praktikum überzeugt hatten. Sie widmen sich qualifizierten Fachaufgaben – zum Teil auch mit der Aussicht auf die Übernahme verantwortungsvoller Projekte.

Gibt es auch andere Jobangebote für Studierende?

Nach absolviertem Praktikum besteht die Möglichkeit einer Werkstudententätigkeit. Bei sehr guten Praktikumsleistungen können auch Abschlussarbeiten in den Fachabteilungen geschrieben werden, allerdings sollte der Studierende Engagement gezeigt und das Thema während des Praktikums mit seinem Betreuer erarbeitet haben.

Was können Praktikanten von Ihnen erwarten und bei Ihnen lernen?

Praktikanten sind willkommen und gut betreut. Hier sind alle daran interessiert, junge Menschen zu fördern. Wir möchten den sehr guten Ruf, den unser Unternehmen schon in der Ausbildung besitzt, auch auf den akademischen Nachwuchs übertragen. Relativ zügig können die jungen Menschen bei uns in den Berufsalltag eintauchen. Unter Anleitung lernen sie Prozesse und Strukturen kennen, sind nach der Einarbeitungsphase aber auch auf sich gestellt und können ihr Potenzial zeigen. Dabei ist eine kompetente und umfassende Betreuung – sowohl fachlich als auch von Seiten des Hochschulmarketings – garantiert.

Darüber hinaus gibt es gemeinsame Praktikantenprojekte, die nicht nur dem Netzwerken dienen. Hier lernen die Praktikanten, wie Projektarbeit mit Vertretern aus unterschiedlichen Fachabteilungen und mit verschiedenen Studienschwerpunkten funktioniert. Ein Projekt war beispielsweise die Organisation einer Hausmesse, bei der sich unser Unternehmen der Region präsentieren sollte. Die Praktikanten mussten dazu Räumlichkeiten finden, für die Verpflegung sorgen, den Fachabteilungen Materialen für Ihre Stände zur Verfügung stellen – und die Veranstaltung evaluieren. Das lief sehr gut.

Firmenwohnungen, die den Praktikanten den Einstieg bei uns erleichtern, eine angemessene Vergütung, Übernahmechancen, Mitarbeiterrabatte und die selbstverständliche Teilnahme an der Gleitzeitregelung runden das Gesamtpaket ab.

Gibt es aus Ihrer Sicht einen Idealweg, um in Ihrem Unternehmen Fuß zu fassen?

Ein Praktikum kann sehr wichtig sein. Idealerweise lernt man sich auf einer Hochschulmesse kennen, bewirbt sich, macht ein Praktikum, schließt Werkstudententätigkeit und Abschlussarbeit an. Mit diesem gegenseitigen Kennenlernen haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Nicht nur, dass wir einschätzen konnten, wie leistungsfähig die Studenten waren, sondern auch, indem diese für sich abklopfen konnten, ob ihnen Rahmenbedingungen und Infrastruktur hier im oberfränkischen Bad Rodach zusagen.

Sie sind eine Fair Company. Was bedeutet das für Sie?

Durch unsere Beteiligung an der Initiative Fair Company können wir die Spielregeln, die für uns ohnehin schon galten, auch nach außen kundtun. Es ist uns sehr wichtig, diese Spielregeln einzuhalten – und das konsequent: Absolventen, die aufgrund mangelnder Praxiserfahrung um einen Praktikumsplatz anfragen, lehnen wir ab. Wir verweisen sie aber gerne auf unsere Stellenangebote – hier sind auch Hochschulabsolventen herzlich willkommen.

Worauf wären Sie stolz, wenn Praktikanten von Ihrer Zeit bei Ihnen berichten?

… wenn sie von einer einzigartigen Atmosphäre erzählten, diesem Flair, das sich überträgt in unserem bunten, vielseitigen Unternehmen, das für die schönste Zielgruppe der Welt arbeitet – nämlich Kinder, Familien und Betreuungseinrichtungen.

… wenn das gute Betreuungsverhältnis zur Sprache käme.

… wenn sie sich vorstellen könnten, später für uns zu arbeiten.

Zum Praktikum in die HABA-Firmenfamilie
Julia Reifenrath berichtet über die HABA-Firmenfamilie als Fair Company

Im Gespräch: Julia Reifenrath, Personal- referentin in der HABA- Firmenfamilie



HABA vereint als Firmenfamilie mehrere Unternehmensbereiche unter einem Dach: HABA, Wehrfritz, JAKO-O und project. Seit über 75 Jahren entwickeln, produzieren und vertreiben sie Produkte für Kinder, Familien, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen. Über 1.900 Mitarbeiter/-innen sind mit Einsatzbereitschaft und innovativen Ideen ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg.

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