Tobias Weigt | VfL Wolfsburg

Gelebte Fairness im Fußballclub

Interview: Anne Koschik | 15.07.2013 | Fotos: VfL Wolfsburg

Ein Bundesligist hält sich demonstrativ an die Spielregeln: Personaler Tobias Weigt, erkärt, warum der VfL Wolfsburg große Stücke auf die Fair Company-Initiative hält.

Ihr Unternehmen ist eine Fair Company. Was bedeutet das für Sie?

Durch die Veröffentlichung unserer Teilnahme an der Initiative Fair Company möchten wir deutlich machen, dass wir uns als Bundesligist an die Spielregeln von Fair Company halten und dazu auch öffentlich stehen. Uns ist es wichtig, dass unsere Praktikanten als vollwertige Mitarbeiter im Unternehmen anerkannt und behandelt werden, ohne dass wir dabei unseren Lehrauftrag vernachlässigen.

Wie sind Sie auf Fair Company aufmerksam geworden?

Seit mehr als einem Jahr beteiligen wir uns an Fair Company. Ein Mitarbeiter wurde durch einen Newsletter von karriere.de auf die Initiative aufmerksam und hat uns davon erzählt. Schnell stand fest, dass wir uns beteiligen wollen.

Hilft Ihnen das Siegel bei der Rekrutierung von Praktikanten und Berufseinsteigern?

Von einigen Bewerberinnen und Bewerber wurden wir bereits in Vorstellungsgesprächen auf Fair Company angesprochen. Das Feedback war durchgehend positiv. Einige haben sich in ihrer Entscheidung, sich bei uns zu bewerben, dadurch sogar bestärkt gefühlt. Im Herbst werden wir mit dem Siegel auch gezielt auf Firmenkontaktmessen werben.

Wirkt sich Fair Company auf die Unternehmenskultur insgesamt aus?

Auch das Feedback aus den eigenen Reihen war positiv, als wir unseren Beitritt kommuniziert haben. Im Schnitt haben wir zehn Praktikanten im Unternehmen beschäftigt. Somit haben viele Kolleginnen und Kollegen durchgehend Praktikanten in ihrer Abteilung und unterstützen unser Vorhaben, Praktikanten als vollwertige Mitglieder im Team zu sehen. Beim VfL Wolfsburg werden die Regeln von Fair Company tatsächlich gelebt.

Worin liegt die Wertigkeit von Fair Company?

Durch die Tatsache, dass wir die Werte der Fair Company vollumfänglich erfüllen, fühlen sich unsere Praktikanten nicht nur fair behandelt, sondern nehmen auch aktiv an Geschäftsprozessen teil und werden so ein Teil der VfL Wolfsburg-Familie. Durch das familiäre Betriebsklima bekommen die Praktikanten mit, dass wir auch alle festangestellten Mitarbeiter/innen beim VfL Wolfsburg fair behandeln und viel Wert auf gute Arbeitsbedingungen legen. Viele Praktikanten möchten nach Abschluss ihres Praktikums bzw. ihres Studiums gern beim VfL Wolfsburg weiterbeschäftigt werden. Da dies jedoch aus Kapazitätsgründen oftmals nicht möglich ist, bewerben sich die Praktikanten oftmals dennoch initiativ.

Wenn Praktikanten von ihrer Zeit in Ihrem Unternehmen erzählen, was wäre dann der schönste Erfolg für Sie?

Wir freuen uns sehr, wenn Bewerber/innen sich gezielt bewerben, weil wir bei Fair Company mitmachen. Einige haben uns nach ihrem Praktikum an Kommilitonen weiterempfohlen. Aus diesen Empfehlungen sind bereits Praktikumsverträge entstanden.

Hat das Siegel für Sie Aussagekraft und Verbindlichkeit?

Selbstverständlich. Wir haben schon, bevor wir uns an Fair Company beteiligt haben, unsere Praktikanten fair behandelt und achten stetig darauf, dass die Regeln eingehalten werden. Das Bewusstsein dafür hat sich durch die Teilnahme und Kommunikation auf unserer Karriereseite noch verstärkt.

Wo würden Sie ansetzen, um Fair Company noch besser zu machen?

Der Bekanntheitsgrad von Fair Company könnte noch größer sein.

Der VfL Wolfsburg in Aktion
Erlebnis für Praktikanten: Diego sorgt für Action pur

Im Gespräch:
Tobias Weigt, Personalleiter VfL Wolfsburg

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