MARION FALLER | SYBIT

Fundamentaler Wissenstransfer

Interview: Anne Koschik | 19.02.2015 | Fotos: Sybit

Mit ihrer Offenheit für neueste Technologien und ihrem IT-Fachwissen haben Praktikanten einen großen Anteil am Erfolg der Sybit GmbH: Denn nach ihrem Studium konnten viele von ihnen direkt ins Unternehmen einsteigen. Sie machen heute 70 Prozent der Belegschaft aus.

Warum bieten Sie Praktika an?

Das hat bei Sybit Tradition. Unser IT-Unternehmen wurde 2000 gegründet, damals mit neun Mitarbeitern. Es ist dann sehr stark gewachsen auf mittlerweile 130 Mitarbeiter. Bestimmt 70 Prozent der Belegschaft sind Absolventen, die bei uns in Radolfzell ein Praktikum gemacht oder eine Abschlussarbeit geschrieben haben. Die meisten Praktikanten kommen aus dem Informatik-Umfeld, einige sind Wirtschaftsinformatiker.

Kurz gesagt: Praktikanten sind unsere Nachwuchskräfte. Sie sorgen für Wissenstransfer und schärfen unseren Blick dafür, wie wir uns weiterentwickeln und ins Gespräch kommen können.

Wie viele Plätze vergeben Sie jährlich und in welchen Bereichen?

Pro Jahr haben wir zehn Praktikanten im Haus, genau genommen fünf pro Semester. Dazu schreiben noch zwei bis vier Studenten bei uns ihre Bachelor- bzw. Masterthesis. Die Praktikanten arbeiten bei uns in allen drei Geschäftsfelder mit: SAP CRM, E-Business und Medienportale.

Welche Erwartungen haben Sie an die Praktikanten?

Sie sollten über gute Grundkenntnisse im Programmieren (z.B. Java) verfügen, Engagement zeigen und Lust darauf haben, sich in die Themen der Sybit einzuarbeiten. Zum Beispiel ist es im Customer Relationship Management wichtig, sich in die Geschäftsprozesse von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen – etwa Maschinenbau oder Automobil – hineinzudenken. Deswegen ist es gut, wenn die Praktikanten einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben. Für ihre Programmiertätigkeiten sollten sie sich immer fragen: Wie kann ich die Anforderungen der Unternehmen umsetzen? Wie kann ich als Berater fungieren?

Darüber hinaus freut es uns, wenn Praktikanten offen für neueste Technologien sind. Zudem müssen die Studenten offen für Recherchearbeiten sein und eine Hands-on-Mentalität besitzen – also anpacken, wann immer sie gefordert sind.

Bieten Sie neben Pflichtpraktika auch freiwillige Praktika an? Beeinflusst Sie das neue Mindestlohngesetz in Ihrem Angebot?

In der Regel bieten wir Pflichtpraktika an, die wir fair vergüten. Darüber hinaus erhalten unsere Praktikanten Schulungen an unserer hauseigenen Academy und dürfen an sämtlichen Firmenevents und Veranstaltungen teilnehmen.

Von Universitäten kommen aber immer mehr Studenten mit Anfragen für freiwillige Praktika auf uns zu. Selbstverständlich erhalten auch diese Praktikanten jetzt den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Außerdem haben bei uns Studenten die Möglichkeit, nach einem erfolgreich absolvierten Praxissemester als Werkstudenten weiterzuarbeiten.

Absolventen steigen dann direkt als Junioren oder über unser Fast Track Programm ein. Darin bieten wir ihnen (aber auch Quereinsteigern) ein intensives Training-on-the-Job, mit dem sie optimal auf ihre Arbeit vorbereitet werden. Danach haben sie die Wahl: Entweder schlagen sie den Weg eines Spezialisten ein und fokussieren sich auf ein Spezialgebiet, oder sie werden zu einem Generalisten mit Personalverantwortung.

Was können Praktikanten von Ihnen erwarten und bei Ihnen lernen?

Wissensaustausch zwischen den Mitarbeitern ist bei uns fundamental. Dazu zählen natürlich auch die Praktikanten, die bei uns ins Team integriert werden und dort während der gesamten Praktikumszeit bleiben, die meist ein halbes Jahr dauert. Ihnen wird ein Mentor an die Seite gestellt, der sie betreut. Bei Sybit können Praktikanten voll mitarbeiten. Sie werkeln  also nicht an irgendwelchen Pseudo-Projekten, sondern werden real eingebunden. Die Praktikanten schätzen es sehr, wenn sie sich an innovativen Themen beteiligen dürfen und konkrete Projekte umsetzen können.

Pflegen Sie – als Experten für CRM – auch ein besonderes Beziehungsmanagement im Recruiting?

Um bei der Technik zu bleiben: Wir setzen in der Personalabteilung aktuell kein SAP CRM ein. Aber wir arbeiten etwa im Alumni-Programm oder bei Ausschreibungen mit einem SAP CRM-Tool. Unsere Beziehungen pflegen wir ansonsten über die Social-Media-Kanäle, wir sind auf vielen Messen vertreten, besuchen Hochschulen vor Ort und lehren Projektmanagement an Schulen in unserer Umgebung. Wir wollen die Leute schließlich begeistern und ihnen zeigen, was wir können.

Sie lieben laut eigenen Angaben generell „den Austausch“ – weil „ganz nebenbei neue Ideen entstehen“. Wünschen Sie sich das auch im Umgang mit Praktikanten?

Wir leben den Austausch sogar täglich und wenden dafür die Scrum-Technik an: Probleme werden gemeinsam analysiert und besprochen – da gehören Praktikanten natürlich dazu. Als freiwillige Option gibt es sogenannte LAB-Days. Hier platzieren Mitarbeiter eigene Ideen, die dann zusammen besprochen werden. Die Ergebnisse werden gemeinsam erarbeitet und in eigenen Entwicklungen umgesetzt. So entstehen zum Beispiel neue Apps oder Anwendungen.

In vielerlei Hinsicht bieten Sie spannende Projekte mit interessanten Unternehmen, z. B. ARD, Bosch oder Daimler: Dürfen Praktikanten da mit hineinschnuppern?

Die Praktikanten sind natürlich mit dabei und können mit ihrem Wissen auch zu großen Projekten beitragen. Manchmal sind sie sogar bei Kundenbesuchen vor Ort mit von der Partie, wenn der Kunde es erlaubt. Aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen ist das aber nicht immer möglich.

Sie sind eine Fair Company. Was bedeutet das für Sie?

Uns ist wichtig, dass Praktikanten als echte Teammitglieder aufgenommen werden, an konkreten Projekten arbeiten können, einen eigenen Arbeitsplatz, aber auch angemessenen Urlaub und eine faire Bezahlung erhalten. Außerdem können Sie auch von den flexiblen Arbeitszeiten profitieren.

Wenn Praktikanten von Ihrer Zeit bei Ihnen berichten, was sollte dann ganz oben stehen?

Wertschätzung. Ich würde mich freuen wenn sie berichten, dass ihre Arbeit wichtig genommen und ihr Beitrag geschätzt wurde, dass sie in einem kollegialen und motivierten Team mit hohem Fachniveau ihr Wissen ausbauen konnten.

Sybit

Im Gespräch mit: Marion Faller, 46, HR-Generalist bei der Sybit GmbH in Radolfzell

Sybit-Logo

Sybit GmbH, liefert Beratungs- und Lösungskompetenz in den Bereichen Kundenbeziehungsmanagement (CRM) und E-Business mit SAP sowie Medienportale. Zu den Sybit-Kunden gehören Großkonzerne, mittelständische Unternehmen, öffentlich-rechtliche und internationale Rundfunkanstalten wie ARD, Bosch, Daimler, Geberit, KUKA, Siemens oder Wirtgen.

Personaler im Gespräch