Claudia Merten | Schott AG

Chancen mit Passion ergreifen

Interview: Anne Koschik | 27.07.2015 | Fotos: Schott AG

Wenn Studiengang und Praktikantenstelle zueinander passen, dann ist das erst die halbe Miete: Bei der Schott AG sollen Praktikanten eigenverantwortlich und mit persönlicher Motivation an ihre Projekte herangehen und herausfinden, wo ihre Stärken und Schwächen liegen.

Warum bieten Sie Praktika an?

Aus drei wesentlichen Gründen: Erstens möchten wir unsere zukünftigen Fach- und Führungskräfte finden, ausbilden und binden. Dazu möchten wir uns gerne während des Praktikums als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Zweitens sehen wir es als Stiftungsunternehmen als unsere Aufgabe an, uns zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Diese Rolle in der Gesellschaft wollen wir erfüllen, indem wir Praktikanten einen Platz für die Zukunft anbieten, ihnen Perspektiven und Chancen geben. Und drittens sehen wir uns als Vermittler einer Unternehmensrealität, der aber seinerseits auch an frischen Ideen und Einblicken in den neuesten Stand der Forschung interessiert ist. Praktika können auf diese Weise für beide Seiten fruchtbar sein und dafür sorgen, dass man nicht zu sehr auseinanderdriftet.

Wie viele Plätze vergeben Sie jährlich und in welchen Bereichen?

Bei der Schott AG sind an deutschen Standorten jährlich rund 200 Praktikanten beschäftigt – und zwar in allen Bereichen: in Production & Development, Strategy, Controlling & Finance, Marketing & Sales, IT, Global Purchasing und Human Resources. Wir vergeben sowohl freiwillige als auch Pflichtpraktika mit einer Mindestdauer von zwei Monaten, Fachpraktika sollten drei Monate betragen. Über die sinnvolle Dauer entscheiden letztlich immer die verantwortlichen Bereiche.

Welche Erwartungen haben Sie an die Praktikanten?

Wir achten darauf, dass Studiengang und Praktikantenstelle zueinander passen. Entsprechend der jeweiligen Qualifikation und des Studienfortschritts erfolgt die Beschäftigung. Damit steigen natürlich auch die Erwartungen an die Eigenverantwortung, basierend auf der fachlichen Tiefe. Persönliche Motivation sollte dabei immer spürbar sein. Ich nenne mal ein Beispiel aus dem Marketing: Wenn Praktikanten Events vorbereiten, sollten sie am Tag des Events auch mit dabei sein, selbst wenn ein solcher Termin auf ein Wochenende fällt.

Welche Qualifikationen sollten Ihre Praktikanten besitzen?

Fachlich sind wir ganz breit aufgestellt – vom Chemiker bis zum ITler, vom BWLer bis zum Psychologen. Auch Vertreter anderer Disziplinen können sich bewerben. Wir erwarten vorzeigbare Studienleistungen. Uns ist aber bewusst, dass der Arbeitsmarkt in Gänze heute anders funktioniert und Bewerber auch Forderungen an uns stellen. Das ist für uns kein Problem. Wesentlich für uns ist, dass die Praktikanten ihre Arbeit lieben, sich begeistern lassen und ihre Leidenschaft spürbar wird. Die Note steht dann nicht an erster Stelle. Wir verstehen Praktika auch als ein Mittel der Feinjustierung. Wenn Praktikanten ihre Stärken, Schwächen und ihre Passion erkennen, dann ist das voll in Ordnung.

Gibt es auch andere Jobangebote für Studierende?

Alle Formen von Abschlussarbeiten sind möglich, außerdem bieten wir ein Spektrum an Werkstudentenstellen. Auch Auslandspraktika an den weltweiten Schott-Standorten sind beliebt. Zudem möchte ich auf unser Graduate-Programm hinweisen, das ist ein attraktives Berufseinstiegsprogramm zur Entwicklung unserer lokalen Führungskräfte ist. Pro Jahr gibt es zwei Starttermine. Aktuell sind wieder zwölf Positionen zum 1. Dezember ausgeschrieben. Während der Dauer von 18-24 Monaten werden unserer Graduates in einem Fachbereich ausgebildet und durchlaufen hierbei verschiedenen Abteilungen um Schnittstellen mit anderen Einheiten kennenzulernen. Ein Auslandsaufenthalt ist ebenfalls fest im Programm verankert.

Was können Praktikanten von Ihnen erwarten und bei Ihnen lernen?

Persönliche und fachliche Weiterbildung. Praktikanten sind für uns sehr wichtig, sie erhalten Aufgaben, die ihnen entsprechen – und wir erwarten qualitativ gute Arbeit. Wir schätzen an den Praktikanten, dass mit ihnen eine andere Generation ins Haus kommt, die eine andere Fachnähe besitzt und eine andere Sicht auf die Dinge hat. Sie werden von festen Ansprechpartnern begleitet und beraten. Selbstverständlich informieren wir sie über die Strukturen und Prozesse bei Schott, werden in ihr Arbeitsgebiet eingeführt und erhalten regelmäßig Zwischenstände über ihre Arbeitsauffassung und Leistungen.

Gibt es aus Ihrer Sicht einen Idealweg, um in Ihrem Unternehmen Fuß zu fassen?

Das ist sehr individuell, insofern gibt es nicht den Idealweg. Er muss zur Person passen und sie glücklich machen. Dann stimmen auch Einsatz und Output.

Sie sind eine Fair Company. Was bedeutet das für Sie?

Uns interessiert es sehr, uns jedes Jahr wieder der Initiative Fair Company mit ihrem festen Regelwerk anzuschließen. Unseren zukünftigen Mitarbeitern wollen wir auch nach außen sichtbar Wertschätzung entgegenbringen. Wir zeigen, dass sie in einem Umfeld arbeiten und wachsen, in dem faire Behandlung sehr wichtig ist.

Worauf wären Sie stolz, wenn Praktikanten von Ihrer Zeit bei Ihnen berichten?

… wenn jemand sagt: "Ich habe etwas für meine berufliche Zukunft und für mein Leben gelernt."

… wenn der Praktikant sich aufgenommen, angekommen und betreut gefühlt hat und am Ende sagt: "Ich war ein Teil der Schottianer."

… wenn er wirkliche Praxiseinblicke erhalten hat und sagt: "Es war spannend und herausfordernd. Aber ich habe es hinbekommen."

Im Interview erklärt Claudia Merten von der Schott AG, Warum ihr Unternehmen Mitglied bei Fair Company ist.
Claudia Merten, Referentin Talent Management bei der Schott AG

Im Gespräch: Claudia Merten, Referentin Talent Management bei der Schott AG

Die Schott AG ist eine Fair Company.

Die Schott AG ist ein international führender Technologiekonzern auf den Gebieten Spezialglas und Glaskeramik. Weltweit arbeiten rund 15.400 Mitarbeiter in 35 Ländern für das Unternehmen.

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